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MS Vasco da Gama nicko cruises
Description: Panorama-Blick auf MS Vasco da Gama I Copyright: SHIPS@SEA

MS Vasco da Gama – Portrait: der elegante Klassiker im Einsatz

Alle VASCO DA GAMA Aufnahmen findest Du hier unter Views of Vasco da Gama.

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist schön. Oder abwechslungsreich. Oder faszinierend. Oder begeisternd. Oder eben alles zusammen und noch viel mehr. Viel Meer erlebe ich auf dieser 13 tägigen Ostseekreuzfahrt: im Kieler Hafen liegt das größte Schiff von nicko cruises vor mir und ich freue mich, dieses ausführlich testen und kennenlernen zu dürfen.

Auf dieser Kreuzfahrt reise ich mit „Kind und Kegel“: KIDS & CRUISE – zur XL – Kinderkreuzfahrtstory gelangst Du hier.

Die Erwachsenenversion startet hier und jetzt ohne jeden weiteren „click“:

Zeitreise: Zurück in die Vergangenheit

Kennengelernt habe ich das für Holland America Line gebaute Schiff bereits zu Zeiten, als es noch für seinen Bauherrn im Dienst stand. Durch die Wirren der Corona-Pandemie, ist es schließlich bei seinem jetzigen Betreiber, nicko cruises aus Stuttgart, gelandet. SHIPS@SEA hatte bereits 2021 zur Indienststellung exklusiv von Bord berichtet. nicko cruises hat vor Einsatz des Schiffes viel Geld investiert, um es an den Geschmack des deutschsprachigen Publikums anzupassen und um gleichzeitig die zukünftigen, technisch-nachhaltigen Anforderungen zu erfüllen.

Auf Spurensuche – Schiffsbetreiber von einst

Tatsächlich finde ich auch nach einigen Anpassungen der Vasco da Gama Spuren früherer Reedereien. Von Holland America Line entdecke ich auf Deck 9 umfangreiche Bildergalerien ehemaliger HAL-Schiffe. Diese Bilder hängen hier schon Jahrzehnte und haben alle Betreiberwechsel offenbar unbeschadet überstanden. Sucht man Spuren von P & O Cruises muß man schon genauer hinschauen: alle Kabinenschilder haben das neue Vasco-Logo übergeklebt bekommen. Dies zwar sehr gründlich, aber darunter schimmern noch die vertieften Gravuren der „P&O“-Buchstaben durch. Über TransOcean Kreuzfahrten und die ehemalige Muttergesellschaft CMV stolpert man hingegen leicht: an Bord finden sich etliche, gut erhaltene Teppiche mit Vasco da Gama – Schriftzug, aber eben mit TransOcean-Logo. Auch das fällt vermutlich nur wenigen auf – die Spuren der Vergangenheit sind eben nicht nur Zeitzeugen, sondern auch nachhaltig gedacht. Gut gemacht nicko.

Das Wohlfühlgefühl – nicht nur in den Kabinen

Die jüngsten Renovierungen haben der Vasco gut getan, wie in vielen öffentlichen Bereichen, aber auch in den Kabinen zu sehen ist. Frischer, moderner und auch eleganter kommt das Schiff daher. Ein Umstand der in den Kabinen sehr gut sichtbar ist: der Charme der frühen 90iger ist aus den Bädern und Schlafbereichen verschwunden. Unsere Außenkabine auf Deck 4 gefällt uns sehr und bietet die gängigen Standards. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Die beiden Kabinenstewards kümmern sich liebevoll um ihre Gäste und das Inventar, wie sich alsbald herausstellt. Die Auswahl an Kabinenkategorien reicht von einer preiswerten Innenkabine, bis hin zu einer Penthouse-Suite. Ich habe mir nahezu jede Kategorie angeschaut und bin mir sicher: bei der Kabinenwahl an Bord kann man prinzipiell nichts verkehrt machen. Wissen sollte man, dass die meisten Kabinen über Badewannen mit der dazugehörigen Einstiegshöhe verfügen. Duschbäder sind an Bord nicht die Regel. Entscheidend sind individuelle Vorlieben und das eigene Budget.

Die öffentlichen Bereiche kommen sehr ansprechend und geschmackvoll – ich würde sogar sagen „äußerst gelungen“ – herüber. Der Innenarchitekt hat Geschmack bewiesen – keine Frage. Sei es, dass ehemalige Casino in eine Sports-Lounge zu verwandeln, oder die Ocean Bar mit Liegeplätzen zu versehen. Allgemein ist bei Auswahl von Deko und Mobiliar vieles modern gewählt und zugleich wohnlich arrangiert worden. Stilelemente und einzelne Akzente runden den Eindruck ebenso ab, wie die unterschiedlichen Restaurationsangebote.

Bordrestaurants – von “to go” bis “chic“

Gut und schnell präsentiert sich das Essen am Innenpool des Alfresco-Burger Grills. Von Klassikern bis zu wechselnden Tagesgerichten reicht die Auswahl. Umfangreich ist das Essensangebot im Club – Bistro – schöne Sitzgelegenheiten mit Meerblick laden zum kulinarischen Selbstbedienungsgenuss ein. Einziges Manko: das Essen darf zumeist deutlich wärmer angeboten werden.

Groß ist die Auswahl der Bedienrestaurants: The Grill serviert zuzahlungspflichtig Gerichte aus der „Surf & Turf“- Küche, während „The Chef´s Table“ im kleinen, exklusiven Kreis umfangreiche, wechselnde Menüs offeriert. Hinter der Küche auf Deck 7 befindet sich das modern gestaltete Hauptrestaurant Waterfront. Früher erstreckte sich dieses über zwei Decks; die ehemals offene Gestaltung wurde zugunsten weiterer Restaurantkonzepte auf Deck 8 aufgegeben. In meinen Augen eine gute Entscheidung: hier findet man nun das Waterfront Mediterranean mit einer entsprechenden Küche und das asiatisch ausgerichtete Restaurant Fusion.

Abgerundet wird das Essensangebot durch acht Bars, die sich über das Schiff verteilen. Alle in einem anderen Stil und alle ansprechend gestaltet. Ebenso ansprechend sind die Getränkepreise: wer keines der zur Wahl stehenden Getränkepakete bucht, hat mit den Einzelpreisen der Drinks auf der Barkarte auch kein Problem. Im Gegensatz zu manch international agierender Reederei, sind die Preise an Bord als günstig zu bezeichnen.

Wer noch mehr erwartet, wird darüberhinaus nicht enttäuscht: auf unserer Reise werden zwei umfangreiche Themenbuffets am Innenpool angeboten und zusätzlich gibt es jeden Tag leckeres Eis von der Gelateria. Ohne Zusatzkosten versteht sich.

Showtime! Das dezente Bordprogramm

An Bord geht es unaufgeregt und entspannt zu: kein steifer Dresscode am Abend und auch kein Remmi-Demmi tagsüber im Bordprogramm. All abendlich wird eine bunte Show angeboten, die hübsch anzusehen ist. Die SängerInnen tun sich bisweilen mit den deutschen Liedtexten schwer – aber ich könnte es umgekehrt auch nicht besser auf z.B. bulgarisch.

Weltklasseniveau hat die Darbietung der Sandartistin Svetlana: sie zaubert in atemberaubender Geschwindigkeit die schönsten Bilder aus Sand auf die Bühne – nonstop in fließenden Übergängen knapp eine Stunde lang. Diese Show begeistert mich – eine derartige Darbietung habe ich bisher noch auf keinem anderen Kreuzfahrtschiff gesehen.

In der Oceanbar, dem Blueroom oder auch am Innenpool gibt es wechselnde Musikerauftritte, die ein gutes Live-Musik-Ambiete zumeist in den Abendstunden zaubern.

Shop till you drop – umfangreiche Einkaufsmöglichkeiten

Die Shopping-Galleria an Bord der Vasco da Gama ist ebenfalls umfangreich. Das Sortiment ist attraktiv und breit gefächert. Es gibt einen großen Bereich mit nicko-cruises Logo-Artikeln, eine noch etwas größere Fläche für Bekleidung, Drogerieartikel und wer noch nicht genug vom Restaurantangebot hat, kann sich auch mit Süßigkeiten, Knabbereien und Spirituosen eindecken. Die Preise sind allgemein vernünftig und zwischendurch gibt es zusätzlich die eine oder andere %-Aktion auf verschiedene Produkte.

Nautisches Nähkästchen – behind the scenes mit dem Staff-Kapitän

Es ist eine Premiere auf dieser Reise: Kreuzfahrtdirektor Konstantin präsentiert das nautische Nähkästchen in der Hollywood-Showlounge. Dazu kommt der deutsche Staffkapitän Christiansen auf die Bühne und gibt umfassende Einblicke in den Schiffsbetrieb, die nautische Schiffsführung und was genau beim letzten Werftaufenthalt der Vasco da Gama gemacht wurde. Dazu zeigt er umfangreiches Bildmaterial, was seine verständlichen Erläuterungen bestens untermalt. Die Premiere ist mehr als geglückt – das zeigen auch die begeisterten Gesichter der Zuschauer am Ende der ausführlichen Veranstaltung.

Ostsee intensiv – viel Zeit für Entdeckungen

Auf Grund der Russland-Krise wird St. Petersburg aktuell nicht angelaufen. Was sich zunächst unerfreulich anhört, ist es aber zumindest unter dem Kreuzfahrtaspekt nicht. Im empfinde es gar als Zugewinn, denn nicko cruises hat stattdessen neue, finnische Häfen in das Programm aufgenommen. Dies sind Turku und Kotka und beide sind sehr sehenswert. Kotka besticht mit seiner Landschaft und Gemütlichkeit, während mich Turku mit seinem imposanten, maritimen Museum begeistert. Die Hauptstadt Helsinki fehlt natürlich auch nicht auf dieser Reise und ist ohnehin sehr sehenswert.

In Riga ist die Liegezeit vergleichsweise knapp bemessen – bei hochsommerlichem Wetter entscheide ich mich für einen Strandausflug an den Rigaischen Meerbusen. Sehr lohnenswert und erholsam. Das trifft auch für die alte Hansestadt mit ihrem historischen Stadtkern und den Jugendstilbauten zu. Wer einmal in Riga war, der kommt immer wieder gerne zurück. Versprochen.

Das trifft ebenso auf die Perle im Osten der Ostsee zu: Tallinn. Die sehr gepflegte Innenstadt mit ihren historischen Gassen und Treppchen lädt zum stundenlangen flanieren und träumen ein. Für mich ist Tallinn der Inbegriff des urbanen Baltikums.

Nach einer wunderbaren Fahrt durch die Schärenlandschaft Stockholms bleiben wir gleich zwei ganze Tage in der Hauptstadt Schwedens zu Gast. Soviel Zeit für Entdeckungen hat man nicht immer bei Kreuzfahrten und hier in Stockholm ist diese besonders gut zu gebrauchen.

Ich tauche ein in die Altstadt Gamla-Stan, umrunde die Insel Skeppsholmen mit ihrem Ausblick auf den großen Vergnügungspark Gröna Lund, und besuche unter anderem das Vasa Museum. Dieses zeigt eindrucksvoll mit vielen Erklärungen das hölzerne Kriegsschiff von 1628. Wow.

Eine nachmittägliche Stippvisite in Kopenhagen schließt unsere Ostseeentdeckungen ab, bevor bei etwas Seegang das Skagerrak umrundet wird und die fast zweiwöchige Reise in Bremerhaven endet.

Landausflüge

Da wir mit kleinen Kindern auf dieser Reise unterwegs sind, sind wir in allen Häfen individuell an Land gegangen. Daher kann ich zur Qualität der organisierten Ausflüge nichts sagen. Das Angebot habe ich mir aber angesehen und halte es für umfangreich. Man muss je nach Ausflug mit Kosten von 15€ – 20€ je Ausflugsstunde rechnen. Im Schnitt dauern die Ausflüge 3,5 – 4,5 Stunden; aber auch Ganztagesausflüge sind im nicko- Portfolio vorhanden.

Bordsprache Deutsch: die wissbegierige Crew

Die größtenteils aus Asien stammende Besatzung des Hotelbereiches gibt sich große Mühe dem Anspruch „Bordsprache Deutsch“ gerecht zu werden. Problemlos kann man Bestellungen aufgeben oder etwas smalltalk betreiben. Es zahlt sich aus, dass an Bord Deutschkurse angeboten werden und offenbar von der Crew – neben ihrer Arbeit – auch gut angenommen werden. Hut ab.

SHIPS@SEA Résumé

nicko cruises bietet mit MS Vasco da Gama ein hochwertiges Produkt zu einem sehr attraktiven Preis-Leistungsverhältnis. Im Schiffsinnern ist alles zumeist sehr gut in Schuss, während die Crew in den Außenbereichen teilweise noch etwas gefordert ist: einige Türen klemmen, Lampen leuchten nicht ganz einwandfrei und Holzplanken benötigen hier und da Wartung. All dies sieht man aber erst auf den zweiten oder dritten Blick und ist gewiss nicht dramatisch; das Schiff ist immerhin knapp 30 Jahre im Einsatz – das darf man eben nicht vergessen.

Mein Lieblingsplatz an Bord ist am Bug und das ist gleichzeitig auch das Problem: man kommt dort nicht (mehr) hin. Auf Deck 7 befindet sich die grundsätzlich für Passagiere frei zugänglich Bugspitze. Der Platz dort ist riesig und die Aussicht, sowie das Gefühl hier während der Fahrt zu stehen unbeschreiblich schön. Leider hat nicko diesen Bereich noch immer – begründet mit Corona-Einschränkungen – geschlossen. Lediglich einmal während der Reise wurde der Bereich für ein etwa einstündiges happening geöffnet. Immerhin, doch kein Vergleich zu früher. Dieser Bereich ist einmalig schön und das gibt es nicht auf so vielen anderen Kreuzfahrtschiffen.

Damit wird die Vasco einer Attraktion beraubt – ich hoffe nicko macht den Bug bald wieder dauerhaft frei zugänglich. Das gleiche gilt für die in Bugrichtung vorhandenen Decksflächen auf Deck 9 und das Sonnendeck oberhalb des nightclubs: geschlossen bzw. letzteres ausschließlich der Crew vorbehalten. Möchte man also die Aussicht in Fahrtrichtung genießen bleibt einem noch ein verhältnismäßig kleiner Balkon auf Deck 11. Um diesen zu erreichen, muss man zunächst das Spa und Fitness-Center durchqueren. Das ist sicher nicht ganz optimal, zumal diese abends und nachts geschlossen sind.

Dennoch ist das Schiff ohne jede Frage ein maritimes Schmuckkästchen, das mich mit seiner zuvorkommenden Crew begeistert und mit dem ich gerne bald wieder in See stechen möchte. Ahoi Vasco da Gama.

MS Vasco da Gama bow

WERBUNG: Die Kreuzfahrt erfolgte auf eigene Rechnung mit freundlicher, organisatorischer Unterstützung des nicko cruises Presseteams und der wunderbaren Besatzung von MS Vasco da Gama.

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