MS Transcend Connect – Review: Das neueste Schiff auf dem Fluss mit einem ganz anderen Konzept
Hier gelangst Du zu allen Aufnahmen von MS Transcend Connect.
Transcend wer?


Dieses Schiff fällt auf! Doch nicht nur in Farbe und Form ist die Transcend Connect anders, als andere, was bisher auf europäischen Flüssen kreuzt. Doch wer ist „Transcend“ eigentlich und was machen sie anders, als all die anderen Anbieter auf dem Fluss?
Gegründet 2022 in Miami, Florida möchten die US-Amerikaner mit ihrem neuen, eigens konstruiertem Schiff in den sogenannten „MICE“-Markt einsteigen und expandieren. MICE steht für Meetings, Incentives, Conferences und Events. Man wird also nicht ein eigenes Veranstalter-Kreuzfahrtprogramm anbieten, sondern die eigenen Schiffe im Gruppenmarkt positionieren. Ebenso zielt man auf große Familienveranstaltungen und Firmenevents ab. Neben dem Fokus auf den angelsächsischen Raum, möchte man sich zukünftig auch auf den DACH-Markt – also den deutschsprachigen Markt -konzentrieren.
Das B2B (Business to Business) zugeschnittene Produkt kann Transcend auf vielfältige Weise an den jeweiligen Charterer anpassen. Dessen Branding mit Logos und Farbgebungen wird beispielsweise unter anderem per LED-Technologie über das gesamte Schiff ausgerollt. Ergänzt werden kann dies zusätzlich über Bilder, Flaggen und Sounds, um nur einige Beispiele zu nennen.





Erster Flottenzugang – MS Transcend Connect
Gebaut wurde MS Transcend Connect von der Werft Den Breejen. Während die Innenausstattung in den Niederlanden komplettiert wurde, wurde zuvor der Schiffsrumpf in Orsova/Rumänien gefertigt.
Kaum wurde MS Transcend Connect am 03. August 2026 in Dordrecht getauft und in Dienst gestellt, hat SHIPS@SEA noch im gleichen Monat die Gelegenheit an Bord zu gehen. Für eine Stippvisite geht es in Kampen/Niederlande auf Entdeckungsreise über die noch taufrischen Decks.
Ein Rundgang über vier Decks
Die Schiffsoptik mit dem markanten Bug fällt bereits von weither auf. Und auch das Sonnendeck weist einige Besonderheiten auf: Am Heck findet sich ein eigener Yoga-Platz und mittschiffs gibt es einen extra ausgewiesenen Jogging-Pfad, der um die Schattenplätze herumführt. Die wahren Highlights findet man dann weiter vorn: Die Top Deck Lounge bietet wunderbare Sitzgelegenheiten vor der Brücke mit einem einzigartigen Panoramablick.



Hinter der Brücke dann die übergroße BBQ-Station „The Grill“, die bei Sommerwetter für ein besonderes Dinieren an Deck einlädt. Zum Zeitpunkt meines Besuches noch nicht eingebaut, ist der XXL-Cinema-TV Screen. Dieser angeblich weit im sechsstelligen Bereich kostende Screen soll besondere Shows, Programme oder Präsentationen an Deck vor dem Hintergrund schönster Flusslandschaften ermöglichen.



An Deck finden sich außerdem zahlreiche bequeme Loungemöbel und Liegen nebst entsprechenden Handtüchern. Es ist (fast) alles angerichtet für besondere Stunden an Deck der Transcend Connect. Übrigens: Auch beim Bodenbelag ist Transcend andere Wege gegangen: Während auf den mir bekannten Flussschiffen in aller Regel kurzflorige Außenteppiche ähnlich zu „Kunstrasen“ verwendet werden, hat sich Transcend für einen Hartbodenbelag ähnlich einem Turnhallenboden – allerdings in Holzoptik – entschieden, was ein anderes Laufgefühl an Deck mit sich bringt.





Deck 3 ist das Hauptdeck mit dem äußerst weitläufig gestaltetem Rezeptionsbereich. Auch eine Empore mit gutem Überblick über das Geschehen gibt es hier. Hingucker an der Rezeption ist der überdimensionierte Durchgang zum „The Forum“. Dieses exklusive, sich über zwei Decks erstreckende „Forum“-Amphitheater dient Gruppenprogrammen, wie Leadership-talks, Konzerten, Shows oder Destination-Experttalks. So etwas großzügiges, mit einem derartigen Raumgefühl, habe ich bisher nur auf Hochseeschiffen gesehen. Dazu kommt der übergroße LED-Screen, der beispielsweise das Tagesprogramm anzeigen kann.






An „The Forum“ schließt sich „The Lounge“ an – beides geht ineinander über und ist dem üblichen Panoramasalon mit Bar vergleichbar. In der Bugspitze finden sich außerdem weitere Sitzbereiche und auch einige Sitzgelegenheiten im Außenbereich der Transcend Connect.
Auf dem Weg zum Heck findet man 30 Kabinen. Jeweils zwei davon lassen sich auch als Suite miteinander kombinieren. Die Transcend Connect ist daher flexibel konfigurierbar und kann maximal 126 Gäste (ohne Suiten) beherbergen, oder aber in der „Luxus Konfiguration“ lediglich 30 Gäste in Suiten-Einzelbelegung.



Ein Wort zu den Kabinen: In der Standard-Konfiguration sind diese knapp 20m2 groß. Alle verfügen über absenkbare Fenster, sodass die Kabinen in den Genuss eines „französischen“ Balkons kommen. Die Innengestaltung der Kabinen basiert auf natürlichen Materialen und ist in hellen Holztönen gehalten. Das Badezimmer ist optisch offen zur Kabine gehalten, doch können die Glasflächen auf Knopfdruck undurchsichtig „vernebelt“ werden, sodaß selbstverständlich auch Privatsphäre möglich ist. Doppelwaschtische, eine abgetrennte Toilette und eine Dusche mit SPA-Shower-Effekt runden das Angebot dort ab. Der Kleiderschrank ist begehbar und unter den Betten gibt es zusätzliche, weitere Staukapazitäten. Auch auf den Kabinen ist WiFi immer gratis inkludiert und das moderne TV-Entertainment-System bietet Musik und Filme „on demand“ an. Beinahe überflüssig zu erwähnen ist, dass es verschiedene Steckdosen inklusive USB-C-Ladebuchsen gibt. Die Kabinenbeleuchtung ist zudem nach individuellen Wünschen und Stimmungen modulierbar. Eine Minibar ist ebenso vorhanden, wie kostenfrei nutzbar. Wer mit den vorhandenen Kissen nicht selig einschlummern kann, dem werden mit dem „Pillow Menu“ weitere Kissen als Option geboten. Mehr geht nicht, oder? Doch!
Highlight der Kabinen – und das würde ich gerne einmal erleben und ausprobieren – ist das verbaute „Quiet Sleep active sound cancellation system“. Dieses soll Dank einer aktiven Rausch-/Lärmunterdrückung für einen einzigartigen und besonders ruhigen Schlaf sorgen.

Am Heck auf Deck 3 findet sich die „Aft-Lounge“ mit Bar, Sitzgelegenheiten und bestem Ausblick. Auch diese Lounge besticht durch Platz- und Raumgefühl. Enge? Fehlanzeige auch hier. Der SPA-Bereich ist ebenso umfassend: Es gibt eigene Treatment-Räume, zwei Saunen mit beheizten Ruheliegen und einen Indoorwhirlpool.




Ein Deck darunter auf Deck 2 ist das Gymnasium untergebracht. Zusammengenommen mit den Außendecksbereichen ist der gesamte Fitnessbereich 2600ft (ca. 240m2) groß.
Auf dem Weg zum Bug findet man wieder 30 Kabinen, die analog zu Deck 3 in Suiten kombiniert werden können. Eine Bibliothek lädt vor der „Barista-Bar“ zum Verweilen und Schmöckern ein. Rechts und links daneben wird der Bereich von zwei privaten Salon´s flankiert: „The Parlor“ und „The Salon“. Auch diese sind flexibel nutzbar: Als private Dining-Option im intimen Kreis, oder als separate Brake-Out-Räume bei Veranstaltungen oder Tagungen. Auch können Sie als Besprechungszimmer genutzt werden. Für die unterschiedlichen Nutzungsszenarien ist auch technisch alles vorbereitet.



Zum Bug hin gelangt man in den unteren Teil des „Forum“-Amphitheaters, was hier fließend in das „The Restaurant“ übergeht. Wenig überraschend können die Tische und Stühle auch hier flexibel konfiguriert werden, sodaß entweder 126 Gäste in einer Tischzeit entspannt speisen können, oder aber auch nur 30 Gäste. Dann wird das Restaurant so umgestaltet, dass man angeblich immer noch gemütlich sitzen und genießen kann, ohne das Gefühl zu haben, in einer „leeren Halle“ zu sitzen, wie mir die Crew versicherte. In der Bugspitze findet man neben dem „Chef-Table“ noch einen wunderschönen Flügel, der für musikalische Untermalung zum Essen sorgen kann.



Das unterste Deck 1 bietet die Kabinen für die 54 köpfige Besatzung, sowie Büroräume für den Charterer. Außerdem verfügt die Transcend Connect über eine Self-Service-Laundry, die auch gerne von den ersten Gästen angenommen wird, wie mir das Housekeeping verriet.
Doch auf Deck 1 gibt es noch etwas, was ich nie zuvor auf einem Flussschiff gesehen habe: Es handelt sich um „The Studio“. „The Studio“ ist einfach gesagt eine übergroße (für ein Flussschiff!) Mehrzweckhalle. Dieser Raum kann Veranstaltungen jeder Größe und jeden Format´s aufnehmen. Von „Silent Disko“ bis zu flexiblen Workshops jeder Art geht hier alles. Als ich darin stand, hatte ich erst einmal ein „Wow“-Gefühl – mit so etwas rechnet man typischerweise nicht auf einem Flusskreuzfahrtschiff.

Der Transcend-Ausblick für die Zukunft
Während man bei Firmengründung von Transcend zunächst von zwei Schiffen ausging und plante, hat sich das anvisierte Marktumfeld offenbar positiv entwickelt. So sind inzwischen drei weitere Schiffe fix bestellt, bzw. bereits im Bau. So soll die Flotte 2028 aus vier Einheiten bestehen und im Mai 2027 mit dem zweiten Schiff – MS Transcend Evolve – erweitert werden. Die beiden weiteren Schiffe MS Transcend Create und MS Transcend Engage haben bereits ihre Namen erhalten und sollen kurz darauf folgen. Aktuell traut sich Transcend zu, sogar bis zu 12 Einheiten dieses Flussschiff-Typ´s mit diesem Geschäftsmodell in Fahrt zu bringen.
SHIPS@SEA Résumé
Das Konzept ist ein ganz anderes, der sonst üblichen, bekannten und „gewöhnlichen“ Flusskreuzfahrtschiffe. Das Schiffsdesign, das ist bereits bei Betrachtung von außen sichtbar und wird im schiffsinneren sehr deutlich erkennbar, geht absolut neue Wege. Ich fand meinen kurzen Rundgang beeindruckend, der Lust auf mehr „Transcend“ macht.
Was sich nach den Niedrigwassererfahrungen des Sommers 2026 (hier geht es zum großen SHIPS@SEA- Report), als hilfreich erweisen kann, ist der Umstand, dass bei der Konstruktion des Schiffes bereits auf einen möglichst geringen Tiefgang geachtet wurde. So sollte es auch möglich sein, zumindest bei „normalem“ Niedrigwasser noch fahrbereit zu bleiben.
Natürlich: Ein so neu konstruiertes Schiff hat auch seine Kinderkrankheiten. Ein paar Kleinigkeiten wie eine bereits geborstene Glasscheibe und der noch fehlende, übergroße Kino-Bildschirm auf dem Sonnendeck zeugen davon ebenso, wie ein erstaunlich abgestoßenes Sofa. Alles Dinge, die die engagierte Crew gewiss in Griff bekommen wird.

Persönlich nicht so gut vorstellen kann ich mir, wie sich das „Studio“ mit Leben füllen wird. Bei meinem Rundgang war es eine erstaunlich große, leere „Halle“. Aber womöglich fehlt mir dafür mangels Expertise auch die Vorstellungskraft.
Ob Transcend schließlich mit diesem Konzept ein Dutzend Flussschiffe einsetzen und auslasten wird können, muss der Markt und die Zukunft zeigen.
Da es sich bei diesem Besuch lediglich um eine Schiffs-Stippvisite handelte, war es SHIPS@SEA nicht möglich die Kabinen bzw. Suiten selbst in Augenschein zu nehmen, bzw. die Kulinarik der Transcend Connect zu testen. Das wird bei nächster Gelegenheit nachgeholt.
Bis dahin bleibt mir nur sagen: „Volle Fahrt voraus MS Transcend Connect!“

Werbung: SHIPS@SEA besuchte MS Transcend Connect mit freundlicher Unterstützung der Schiffsführung.
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