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Status: In Fahrt

Amadea

Bildinformationen
Beschreibung: MS Amadea having a yard-break
Ort: Bremerhaven
Seegebiet: Weser
Datum: Mai 2020
Fotograf: Max David Thiele/Instagram: m.t.shipspotter
2+
WERFT: Mitsubishi Heavy Industries Nagasaki
LÄNGE: 193
TIEFGANG: 6,5
PASSAGIERE: 600
FLAGGE: Bahamas
BAUJAHR: 1991
BREITE: 25
BRZ: 29000
CREW: 315
REEDEREI: Phoenix Reisen

EX-NAMEN:

Asuka

Die Amadea ist das Flagschiff von Phoenix Reisen aus Bonn. Sie ist ein großzügiges First-Class-Schiff mittlerer Größe und beherbergt maximal 600 Passagiere. MS Amadea bietet viel Außendeckfläche und zugleich zahlreiche Bars und zwei Restaurants. Viele weitere Annehmlichkeiten im Schiffsinnern runden das Bild der Amadea ab – unter anderem ein Kino, sowie ein Golfgarten auf dem Sonnendeck.

STORY@SEA: MS AMADEA – ein Werftbericht

Alle Eindrücke der Amadea findest Du in unserer umfangreichen Galerie unten.

In Corona-Zeiten ein Kreuzfahrtschiff auf der Werft zu besichtigen – wer würde diese Möglichkeit nicht gerne sofort nutzen? Als SHIPS@SEA dieses Angebot im Oktober 2020 von Phoenix Reisen in Bonn bekommt, sagen wir selbstverständlich sofort zu.
Zur vereinbarten Zeit stehen wir vor dem Zufahrtstor der „Emden-Dockyard-Werften“, doch die Ampel zeigt „rot“! Glücklicherweise ist die Anreise nicht vergeblich gewesen, denn auf Nachfrage erklärt der freundliche Mitarbeiter, dass er zunächst den Passierschein von mir benötigt und meine Körpertemperatur gemessen werden muß. Das Thermometer bestätigt mein gutes Gefühl und schließlich gibt die grüne Ampel den Weg frei zum Liegeplatz 2.
Nach einem Zick-Zack-Parcours über das Werftgelände stehe ich vor den beiden Phoenix-Hochseeschiffen und kann direkt an der Steuerbordwand der Amadea parken. So würde ich auch gerne bei meiner nächsten Seereise vorfahren können…


Das Flaggschiff von Phoenix ist seit Monaten – wie beinahe alle Kreuzfahrtschiffe weltweit – wegen der Corona-Pandemie in Zwangspause. Seit August 2020 ist sie hier in Emden am Werftkai vertäut. Mit ihr befindet sich der neueste Flottenzuwachs der Bonner – MS Amera – wartend an den „Dockyards“.
Vor dem Betreten des Schiffes wird erneut penibel auf die Corona-Schutzmaßnahmen geachtet: neben der normalen Schutzausrüstung wie Weste und Helm kommt neu das Tragen der Mundschutzmaske, das erneute Messen der Körpertemperatur und das Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens hinzu.
Ich stehe kaum vor der Amadea, da kommt bereits Kapitän Mühlebach höchstpersönlich die Gangway heruntergestiegen und begrüßt die kleine Journalistengruppe persönlich – ein wahrlich herzliches Willkommen!


Auch die anschließende Führung über das Schiff lässt sich der Kapitän nicht nehmen. Ausgiebig zeigt er die unterschiedlichen Bereiche und Decks der Amadea. Sehr detailliert und guter Dinge berichtet er über laufende Arbeiten, über bereits erledigte, sowie zukünftige „to do´s“.
Und gearbeitet wird ganz offensichtlich an allen Ecken und Enden in Emden: es werden kleinere Arbeiten wie Entrostungen vorgenommen, Teppiche ausgetauscht und wo nötig Kabinenmobiliar aufgearbeitet. Dazu kommen immer wieder Abdeckungsarbeiten der Innenrichtung, sowie die tägliche Kontrolle, ob noch alles „an seinem Platz“ und korrekt abgedeckt ist.
Gleichzeitig werden umfangreiche Maßnahmen durchgeführt, bzw. vorbereitet, die während eines normales Schiffsbetriebes nicht darstellbar sind: beispielsweise werden alle holzbeplankten Außendeckbereiche vollständig überarbeitet. Alleine dieses Projekt hat rund drei Monate täglicher Arbeit in Anspruch genommen. Dabei wurden auf MS Amadea und MS Amera zusammen 140.000 hölzerne Verschlussdeckel (diese fixieren sie Schiffsplanken) einzeln ausgetauscht. Alle Planken wurden zudem neu geschliffen, geölt und die Fugen versiegelt. Nur allein für diese Holzdeckelchen schlägt eine üppige, sechsstellige Rechnung zu Buche.
Vorbereitungen für die nächste Drydock-Liegezeit mit einen avisierten Motorenaustausch werden ebenso bereits vorangetrieben, Ballasttanks werden aufbereitet, die Lüftungsanlage wird gewartet und Teile der Lüftungsgitter erneuert. Bereits jetzt wurde ein Stabilisator ausgebaut und zur umfangreichen Wartung an die Werft übergeben. Verschiedene Schweissarbeiten konnte ich ebenso beobachten, wie die vollständige Erneuerung aller Balkonkabinen-Fenster.

Kapitän Mühlebach erläutert ferner, dass die Amadea nicht den Status „aufgelegt“ hat, sondern „on standby“ ist. Das bedeutet, dass das Schiff gegenwärtig binnen drei Stunden seeklar ist und daher auch eine entsprechende Besatzungsstärke vorgehalten wird, sowie die Hauptmaschinen über einen laufenden Hilfsgenerator vorgewärmt werden. Diese Vorwärmung ist relativ energieintensiv und daher verbraucht die Amadea ca. 4.5 Tonnen Treibstoff am Tag. Würde das Schiff im sogenannten „cold lay up“ und nicht direkt abfahrtbereit gehalten werden, würden ca. 2-2.5 Tonnen Treibstoff am Tag ausreichend sein.


Gegenwärtig sind rund 50 Besatzungsmitglieder an Bord von MS Amadea; dazu kommen für unterschiedliche Aufgaben noch die Werftarbeiter an Bord. Auch bei MS Amera werden ähnliche Arbeiten während der überlangen Liegezeit ausgeführt; zum Beispiel werden hier die Rettungsboot-Aufhängungen der einzelnen Boote ausgetauscht, was aufwendig ist und nicht im normalen Seebetrieb nebenher zu bewerkstelligen ist.
MS Amera hat aktuell eine größere Besatzungsstärke als MS Amadea, denn der Hotelbetrieb für beide Schiffe wird von hier geleistet. Während also an Bord der Amadea die Küche kalt bleibt, ist auf MS Amera der beliebte Koch Jörg Schwab im Einsatz und kümmert sich um das leibliche Wohl der fleißig arbeitenden Besatzungen beider Phoenix-Traumschiffe.


SHIPS@SEA – Resümee: Es wird bei unserem Besuch sehr deutlich, dass Phoenix auch – oder gerade – jetzt sehr viel in seine Schiffe investiert: Mannstunden, Material und somit Geld. Die Schiffe liegen nicht einfach wartend auf bessere Zeiten hier, sondern Phoenix Reisen arbeitet mit Hochdruck daran, seine Traumschiffflotte noch ansprechender zu gestalten und zu modernisieren. Egal wie lange die Zwangspause noch andauern wird, eines scheint sicher: die Amadea wird am Tag „X“ noch chicer und gepflegter daherkommen, als es bisher schon der Fall war. Möge MS Amadea mit ihren „flotten Schwestern“ bald wieder auslaufen können und mit Passagieren und Crew neuen Zielen entgegensteuern. Schiff, Reederei und vor allem alle beteiligten Menschen haben es verdient.

VIEWS OF Amadea
AT SEA
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INSIDE
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